Veranstaltungen 2010

Philip D. Murphy: „Why Europe still matters for the United States of America“

US-Botschafter in Deutschland

8 November 2010

Die Vereinigten Staaten von Amerika setzen zur Lösung der weltweiten Probleme auch künftig auf ihre Verbündeten in Europa. Das sagte Philip D. Murphy, amerikanischer Botschafter in Deutschland, heute vor dem Transatlantischen Forum der FDP. „Wir brauchen starke Partner, und nirgends auf der Welt haben wir bessere oder fähigere Verbündete als in Europa.“

In Anwesenheit von insgesamt 25 Botschaftern, darunter S. E. Simon McDonald (Großbritannien), S. E. Rudolf Jindrak (Tschechien), S. E. WU Hongbo (China), I.E. Natalia Zarudna (Ukraine), S.E. Salah Abdel Shafi (Palästina), S. E. Nyauncho Osinde (Kenia), Staatssekretär Martin Biesel und weiteren Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Wirtschaftsministeriums sowie neun Bundestagsabgeordneten, Vertretern aus der Wirtschaft und Think Tanks, betonte Philip D. Murphy, dass Amerikaner und Europäer ihrem gemeinsamen Ziel einer euro-atlantischen Allianz nie näher gewesen seien als jetzt: „Wir sind näher denn je an dem Ziel, das europäische und amerikanische Politiker und Bürger inspiriert hat: Europa nicht nur in eine sichere, demokratische, einige und prosperierende Gemeinschaft zu verwandeln, sondern eine euro-atlantische Allianz zu schaffen, die größer ist als die Summe ihrer Teile. Eine Allianz, die für eben diese Werte steht, sich auf Dauer bewährt hat und die sich strategisch in Richtung einer Vision entwickelt, die vielleicht aktualisiert und modernisiert werden muss, die aber immer noch zeitgemäß und relevant ist.“

An dieser Zielsetzung, so sagte der US-Botschafter weiter, habe sich auch nach dem Ergebnis der Wahlen zum US-Kongress in der vergangenen Woche nichts geändert. „Beide Parteien - und alle Teile der Regierung – sehen, dass die Vereinigten Staaten ihre Verantwortung für eine globale Führungsrolle im 21. Jahrhundert effektiv voranbringen müssen.“

Vor dem Hintergrund des Besuchs von Bundesaußenministers Dr. Guido Westerwelle in Israel und Palästina antwortete der US-Botschafter auf die Frage, ob US-Präsident Barack Obama in der zweiten Phase seiner Amtszeit den Friedensprozess im Nahen Osten mit der gleichen Intensität voranbringen werde: „Der Nahost-Prozess ist ein Kernanliegen des nationalen Interesses der Außenpolitik des Präsidenten.“

Auch die Beziehungen zwischen Rußland und der Nato sollen aus Sicht der Vereinigten Staaten intensiviert werden. „Wir haben schon seit geraumer Zeit ein gutes Miteinander", so der US-Botschafter. „Jetzt wollen wir diese Beziehung auf eine höhere Ebene bringen.“

Zum fünfjährigen Bestehen des Transatlantischen Forums erklärte deren Vorsitzende Prof. Dr. Margarita Mathiopoulos: „Ziel des Forums war und ist es, den Dialog zwischen Europa und den USA zu fördern und neue Handlungsspielräume der transatlantischen Partnerschaft auszuloten, die im Zeitalter globaler Herausforderungen für die transatlantische Agenda relevant sind.“ Rückblickend fügte die Unternehmerin und FDP-Außenpolitikerin hinzu: „Wir waren immer dann erfolgreich, wenn Europa und die Vereinigten Staaten in enger Partnerschaft zusammengearbeitet haben, sei es beim Gewinn des Kalten Krieges oder dem Aufbau einer globalen Wirtschaft.“ „Daher sei“ so schlussfolgerte Prof. Dr. Margarita Mathiopoulos, „im Zeitalter globaler Mitspieler und einer zunehmenden Ent-Westlichung des Westens die transatlantische Ehe imperativ, wenn die abendländische Demokratie-und Wertegemeinschaft eine Überlebenschance haben soll.“

Philip D. Murphy ist der zwölfte Redner des Transatlantischen Forums der FDP. Das Forum, 2005 auf Anregung des FDP- Bundesvorsitzenden und ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Dr. Guido Westerwelle sowie des früheren FDP-Bundes- und Fraktionsvorsitzenden Dr. Wolfgang Gerhardt gegründet und seitdem unter Vorsitz von Prof. Dr. Margarita Mathiopoulos, feiert in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen. In den vergangenen fünf Jahren diskutierten internationale Spitzenvertreter aus Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien aktuelle Themen des transatlantischen Verhältnisses. „Wir haben mit dem Transatlantischen Forum eine Institution geschaffen. Eine Gesprächsebene, auf der kundige und für das transatlantische Verhältnis wichtige Vertreter und Entscheider ihre Gedanken, Visionen und Ziele transportiert haben“, sagt Prof. Dr. Margarita Mathiopoulos. „Mittlerweile ist das Transatlantische Forum eine Institution, die vor allem in für das transatlantische Verhältnis schwierigen Zeiten einen Beitrag für die Verständigung zwischen den USA und Europa geleistet hat und weiter leisten will.“